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Konjunkturbarometer Großhandel Juni 2026: Nominales Plus, reales Minus

Veröffentlicht am: 2. Juli 2026|Kategorien: Top News|

Der Großhandel ist im April nominal um 3,0 Prozent gewachsen. Real stand dem ein Minus von 1,6 Prozent gegenüber.

Das aktuelle Konjunkturbarometer Großhandel des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen e. V. (BGA) legt die Zahlen für April 2026 vor und der Schein trügt. Nominal heißt in aktuellen Preisen gerechnet, real nach Abzug der Inflation. Der März-Anstieg beruhte vor allem auf Vorzieheffekten. Im April kehrte die Branche auf den negativen Wachstumspfad vom Februar zurück.

Krieg im Nahen Osten belastet die Branche

Lieferengpässe, steigende Transportkosten, eine zugespitzte geopolitische Lage: Der Krieg im Nahen Osten trifft Groß- und Außenhändler zunehmend hart. Dazu kommt, was schon lange fehlt: spürbare Entlastung bei Steuern, Abgaben, Bürokratie und Kosten. Der Wettbewerbsdruck bleibt hoch.

Produktionsverbindungshandel in Zahlen

8,8 Prozent nominales Plus, real null. Diese Lücke zeigt sich besonders beim Sonstigen Großhandel, zu dem auch der Handel mit Brennstoffen und Mineralölerzeugnissen zählt: 12,4 Prozent mehr Umsatz nominal, 3,0 Prozent weniger verkaufte Ware real. Auch Maschinen und Ausrüstungen liegen real im Minus (-0,3 Prozent), trotz nominalem Plus. Nur ein Segment läuft gegen den Trend: Geräte der Informations- und Kommunikationstechnik, mit 11,2 Prozent nominal und 6,6 Prozent real im Plus.

Der Rückgang beim Konsumgüterhandel verschärft sich

Hier fällt die Bilanz im April am schlechtesten aus. Nominal 3,1 Prozent weniger Umsatz, real sogar 3,5 Prozent. Am härtesten trifft es Lebensmittel und Getränke: minus 6,0 Prozent nominal, minus 6,2 Prozent real. Der negative Trend vom Jahresanfang setzt sich nicht nur fort, er beschleunigt sich. Grund dafür: steigende Preise auf allen Wirtschaftsstufen und ein Konsumklima, das schwach bleibt.

Das bedeutet es für Einzelhändler in RLP und im Saarland

Der Großhandel ist ein Frühindikator. Was dort passiert, kommt mit Verzögerung im Einzelhandel an, bei Warenverfügbarkeit, Preisen, Konditionen. Konkret heißt das jetzt:

• Mit Lieferanten sprechen und Konditionen neu verhandeln

• Alternative Bezugsquellen aufbauen

• Lagerbestände bei kritischen Warengruppen prüfen

• Preissteigerungen frühzeitig einkalkulieren

Die Zeit läuft für Strukturreformen

Ohne Gegensteuern stagniert das Produktionspotenzial der deutschen Wirtschaft dauerhaft unter einem Prozent. Für ein nachhaltiges Wachstum von rund zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts reicht mehr Arbeitsvolumen allein nicht aus. Der entscheidende Hebel ist technologischer Fortschritt. Nötig sind Investitionen in Innovation und Produktivität sowie Reformen, die Unternehmen bei Steuern, Abgaben, Bürokratie und Kosten spürbar entlasten.

Weitere Informationen finden Sie unter bga.de.

(Quelle: Konjunkturbarometer Großhandel Juni 2026, Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen e. V. – BGA/hv/ks; Bild: Canva)

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