Handelsverband Südwest sieht für Galeria in Saarbrücken trotz Insolvenz gute Chancen

Saarbrücken. Zum vierten Mal in sechs Jahren hat die Warenhauskette Galeria Insolvenz beantragt. Fabian Schulz, Geschäftsführer des Handelsverbandes Südwest im Saarland, hat im Interview mit SR 3 erklärt, warum er für die Filiale in der Saarbrücker Innenstadt trotzdem zuversichtlich ist.
Den Antrag hat Galeria am 2. Oktober beim Amtsgericht Düsseldorf gestellt. Betroffen sind alle 83 Warenhäuser mit rund 12.000 Beschäftigten, darunter fünf Filialen in Rheinland-Pfalz und das Haus in Saarbrücken mit rund 140 Mitarbeitern. Der Geschäftsbetrieb läuft vorerst weiter, die Löhne und Gehälter sind über das Insolvenzgeld bis Dezember gesichert. Ob danach Filialen schließen, ist offen.
An Saarbrücken liegt es nicht
Im Gespräch mit SR-3-Moderator Michael Friemel macht Fabian Schulz deutlich, dass die Schwierigkeiten des Konzerns nicht in Saarbrücken entstanden sind. „Die Filiale Saarbrücken hat gut performt“, lautet seine Einschätzung. Das Haus habe sich selbst in schwierigen Phasen behauptet, etwa als eine Autobahnbaustelle die Anreise in die Innenstadt spürbar erschwerte. Außerdem sei in den vergangenen Jahren in den Standort investiert worden. Für die Bahnhofstraße und die umliegenden Geschäfte ist das Warenhaus ein wichtiger Frequenzbringer.
Ganz spurlos geht die Insolvenz an den Kunden allerdings nicht vorbei. Wie der SR am 13. Oktober berichtete, steht in Saarbrücken derzeit ein Teil des Sortiments nicht zum Verkauf.
Gute Voraussetzungen auch für den Ernstfall
Und wenn das Haus doch schließen müsste? Dann stellt sich die Frage, was aus dem Gebäude wird. Andernorts ist das oft schwierig, denn viele frühere Kaufhäuser in Deutschland haben einen erheblichen Sanierungsstau und lassen sich nur mit kleinteiligen Konzepten neu beleben. In Saarbrücken sieht der Handelsverband eine günstigere Ausgangslage. Zentral gelegen und mit Parkhaus bringt das Gebäude aus Sicht von Schulz ideale Voraussetzungen mit, zumindest in den unteren Etagen wäre deshalb auch künftig Handel denkbar.
Das komplette Interview mit Fabian Schulz gibt es in der SR-Mediathek zum Nachhören.
Für die Saarbrücker Innenstadt kommt die Hängepartie zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt, denn in wenigen Wochen beginnt mit dem Weihnachtsgeschäft die umsatzstärkste Zeit des Jahres. An den vier Adventssamstagen fahren Bus und Bahn im Saarland zudem kostenlos, was zusätzliche Besucher in die Stadt bringen dürfte.
(Text: Handelsverband Südwest e. V./ks; Bild: © chungking – stock.adobe.com)







