HDE-Konsumbarometer April 2026: Verbraucherstimmung trübt sich weiter ein

HDE-Konsumbarometer. Die Verbraucherstimmung in Deutschland trübt sich im April weiter ein. Geopolitische Spannungen treiben die Energiepreise in die Höhe, die Konjunkturerwartungen brechen ein und die Inflationssorgen nehmen deutlich zu. Ein kleiner Hoffnungsschimmer zeigt sich lediglich bei der Anschaffungsneigung, die leicht zulegt. Ob daraus eine echte Trendwende wird, hängt maßgeblich von der weiteren wirtschaftlichen und geopolitischen Entwicklung in den kommenden Wochen ab.
Geopolitische Unsicherheiten belasten die Konsumlaune
Die Verbraucherstimmung in Deutschland hat zu Beginn des Aprils einen neuen Tiefpunkt in diesem Jahr erreicht. Das zeigt das aktuelle HDE-Konsumbarometer, das monatlich vom Handelsblatt Research Institute im Auftrag des Handelsverbandes Deutschland erstellt wird. Der Indexwert sank gegenüber dem Vormonat um knapp einen Punkt auf nun 94,85 Punkte. Das ist das niedrigste Niveau seit Februar 2024. Noch vor einem Jahr war die Stimmung der Verbraucher deutlich optimistischer: Im April 2025 lag das Barometer noch 1,17 Punkte höher.
Maßgeblich für die erneute Eintrübung sind die anhaltenden geopolitischen Spannungen, die die Energiepreise in die Höhe treiben und bei den Verbrauchern zunehmend Unsicherheit auslösen. Die wirtschaftlichen Folgen machen sich nicht nur an der Zapfsäule bemerkbar, sondern dürften mittelfristig auf breite Teile des Warenkorbs durchschlagen.
Konjunkturerwartungen auf Talfahrt
Besonders deutlich schlägt sich die Lage bei den Konjunkturerwartungen der Verbraucher nieder. Der entsprechende Teilindikator brach gegenüber dem Vormonat um 4,61 Punkte auf 77,06 Punkte ein und liegt damit auch unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Die befragten Haushalte teilen damit die pessimistischere Einschätzung von Finanzmarktexperten und Unternehmen, deren Stimmungswerte zuletzt ebenfalls spürbar nachgaben.
Auch die Einkommenserwartungen haben sich leicht verschlechtert. Der Teilindikator sank um 0,74 Punkte auf 97,37 Punkte und liegt damit geringfügig unter dem Vorjahreswert. Viele Wirtschaftsforschungsinstitute haben ihre BIP-Prognosen für Deutschland inzwischen nach unten korrigiert. Die meisten gehen für 2026 nur noch von einem Wachstum unter einem Prozent aus.
Inflationserwartungen steigen stark an
Einen besonders deutlichen Ausschlag verzeichnet der Teilindikator zu den Preiserwartungen. Er sank um 8,58 Punkte auf 91,13 Punkte. Ein sinkender Wert bedeutet hier: Die Verbraucher rechnen in den kommenden Monaten mit deutlich steigenden Preisen. Diese Erwartung deckt sich mit der aktuellen Datenlage. Die Inflationsrate stieg im März auf voraussichtlich 2,7 Prozent, 0,8 Prozentpunkte mehr als im Vormonat. Allein die Energiepreise legten um 7,2 Prozent zu.
In der Folge rechnen die Verbraucher auch mit steigenden Zinsen. Der entsprechende Teilindikator gab um 2,2 Punkte nach. Beobachter schließen nicht aus, dass die Europäische Zentralbank bei ihrer nächsten Ratssitzung Ende April reagieren wird.
Ein kleiner Hoffnungsschimmer: Anschaffungsneigung steigt leicht
Trotz der insgesamt gedrückten Stimmung gibt es einen Lichtblick. Die Anschaffungsneigung der Verbraucher stieg gegenüber dem Vormonat um 2,22 Punkte auf 87,16 Punkte und liegt damit auch leicht über dem Vorjahreswert. Parallel dazu sank die Sparneigung, was darauf hindeutet, dass ein Teil der Haushalte Anschaffungen angesichts erwarteter Preissteigerungen vorzieht. Ob sich diese Planungen tatsächlich in reales Kaufverhalten übersetzen, bleibt jedoch abzuwarten und hängt maßgeblich von der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung ab.
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Für den Einzelhandel zählt jetzt politisches Handeln
Für den stationären Handel in Rheinland-Pfalz und im Saarland bestätigt das aktuelle Konsumbarometer ein Bild, das viele Händlerinnen und Händler im Alltag längst erleben: Die Kundschaft ist zurückhaltend, die Kauflaune gedämpft und das Umfeld bleibt schwierig. Eine spürbare Erholung beim privaten Konsum ist bestenfalls für die zweite Jahreshälfte zu erwarten.
Umso wichtiger ist es, dass die Politik jetzt handelt. Der Handelsverband Südwest fordert konkrete Maßnahmen zur Wachstumsstimulierung: Bürokratieabbau, Entlastung bei Energie- und Unternehmenskosten sowie Investitionen in attraktive Innenstädte. Die wirtschaftliche Lage ist ernst genug, um Appelle durch Taten zu ersetzen.
(Quelle: HDE-Konsumbarometer April 2026, Handelsblatt Research Institute im Auftrag des Handelsverbandes Deutschland e. V. – HDE/hv/ks; Bild: Handelsverband Deutschland e. V. – HDE)







